Transparency Marketing – warum und wieso ist das der neue heiße Scheiß


“Kaufen Sie diesen heißen Scheiß. Er ist sehr gut! Heute zum Sonderpreis (und morgen und für immer.)”

Newsflash: Push in-your-face Marketing ist von gestern.

Eigentlich von vor-vorgestern.

Wie viele Anzeigen von Firmen sehe ich jeden Tag, die mir irgendwas verkaufen wollen?

Manchmal lese ich mir die Claims mit Roboterstimme vor und das sind sie auch. Unpersönlich, immer das Gleiche, kaufen kaufen kaufen, Konsum.

Vielleicht ist es der Generation Y’ler in mir, aber es nervt wirklich. Ich kann es nicht mehr hören.

Die Gesellschaft verändert sich. Menschen schätzen Ehrlichkeit, Authenzität und gute Kommunikation. “Y” steht für “Warum”. Wir wollen mehr wissen. Wir wollen Transparenz und Klarheit von Marken denen wir unsere Kohlen geben.

Und genau hier kommt der neue heiße Marketingscheiß ins Spiel:

Transparency Marketing

Transparenz für ein Unternehmen heißt die Öffentlichkeit teilhaben lassen. Führungskräfte, Mitarbeiter, Werte, Kultur, Strategie, Geschäftsprozesse und die Ergebnisse dieser Prozesse werden kommuniziert.

Das Gegenteil ist Opazität, bei der Unternehmen hinter verschlossenen Türen und Fensterläden arbeiten. Business-as-usual halt.

Komme auf die gute Seite, sei ein Jedi Ritter. Warum?

Vertrauen
Wenn jemand ehrlich zu mir ist und mir authentisch erklärt warum er da was produziert und wieso das gut für mich ist finde ich das toll. Wenn er mir das dann noch meinem datenverliebten Hirn was als Beweis liefert, vertraue ich ihm. Vertrauen ist gut fürs Geschäft.
Authentizität spielt dabei auch eine große Rolle. Ehrlich auch mal Fehler einzugestehen erzeugt bei mir mehr Emotionen als immer der gleiche Sales-Pitch auf den Socials.

Kundenbindung und Beziehung
Aus Vertrauen folgt engere Kundenbindung. In einer Marketingwelt in der die CAC (Customer Acquisition Costs) steigen ist das eine super Idee seine Kunden zu halten.
Weniger Kosten = mehr Gewinn = mehr Weltverbesserung.

Engagement
Vertrauen und Kundenbindung sind wahre Engagementtreiber und Empfehlungsvermaketer.

Ein Beispiel: Ich bin neuerdings Kunde der Tomorrow Bank und neuerdingsdings sind jetzt auch 3 meiner Freunde Tomorrow Bankkunden. Warum? Weil ich deren Transparenz so geil finde, dass ich sie weiterempfohlen habe.
Klar, da fehlt noch etwas Transparenz aber auf der Seite sind schonmal tolle CO2 Reduktionszahlen Und als jemand der Nachhaltigkeit sehr wertschätzt, bildet das Vertrauen und eben Engagement.

Herausstechen gegen Mitbewerber
Du machst was, was andere auch machen? Machst du das an den meisten Stellen besser? Kann man das belegen und kommunizieren? Ja?

Supi, dann hast du jetzt ein neues USP und du bringst deinen Konkurrenten in Zugzwang:)

Weltverbessern ohne Greenwashing
Ich glaube ja viel, aber vieles Glaube ich auch nicht. Zum Beispiel, dass bp jetzt voll auf Nachhaltigkeit macht:

Transparency Marketing hilft dabei deine Wirkung als Unternehmen sichtbarer zu machen. Ein gutes Beispiel ist Ecosia, die Suchmaschine die Bäume planzt und ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben öffentlich macht:

Oder auch diese neuartige Transparenzagentur, die sich McGrinsey schimpft macht diesen Wundervollen Trend hin zu einer transparenten Wirtschaft mit: https://mcgrinsey.com/data.html 😉

Interessiert an Transparency Marketing? Shoot us a mal and let’s talk. jonas@mcgrinsey.com

Der Product Market Fit Score und wie du ihn für dein Business nutzen kannst

Schonmal probiert ein Unternehmen aufzubauen?

Auf einer Skala von 1 bis 10, wie schwierig ist das?

Drölf?1!1!

Auf jeden Fall ist es eine krasse Herausforderung und ein schwieriger Weg. Zum Glück gibt es verschiedene Methodiken und Unterstützung für Gründer. Zur Marktanalyse und konsumentenzentrierten Produktentwicklung existieren zum Beispiel verschiedene Frameworks wie Design Thinking und Value Proposition Design.

Das Ziel der verschiedenen Frameworks ist aber das Gleiche. Ein Produkt zu entwickeln was die Bedürfnisse einer bestimmten Zielgruppe befriedigt.

Auf Neudeutsch heißt das Product-Market Fit.

Aber was ist Product-Market Fit genau? Wie spürt man, dass man ihn erreicht hat?

“You feel it. Reporters are asking you for interviews. People tell each other about your product or service. You’re hiring sales and support as fast as you can.”

Okay schön und gut, aber was macht man, wenn man ihn in seinem Business halt nicht spürt?

Kann man Product-Market Fit messen oder darauf optimieren?

Ja, man kann :)!

Mit folgender Frage an existierende Benutzer:

“Wie würdest du dich fühlen wenn du das Produkt nicht länger benutzen könntest?”

Nun misst du den Anteil der Nutzer, die “sehr enttäuscht” wären.

Benchmarking zeigt, dass die Startups, die am einfachsten wachsen, 40%+ Nutzer haben, die “sehr enttäuscht” wären ohne das angebotene Produkt.

Einfache Metrik, große Wirkung. Viel besser als der klassische Net Promoter Score.

Macht Sinn oder?

Hier unsere Anleitung, um den Product Market Fit umzusetzen:

Schritt 1: Umfrage
Schicke eine Umfrage mit folgenden Fragen an deine bestehenden Nutzer.

  1. Wie würdest du dich fühlen wenn du das Produkt nicht länger benutzen könntest?
    1. Sehr enttäuscht
    2. Mittelmäßig enttäuscht
    3. Garnicht enttäuscht

2. Welche Art von Menschen denkst du würden am meisten vom Produkt profitieren?

3. Was ist der Hauptnutzen den du vom Produkt bekommst

4. Wie können wir das Produkt für dich verbessern?

Schritt 2: Segmentierung
Miss den Anteil der beantworteten Fragebögen zur Frage 1 mit “sehr enttäuscht”. Diese Nutzer lieben dein Produkt.

Kreiere eine Persona für beantwortete Fragebögen und sortiere die aus, die “nicht enttäuscht” geantwortet haben.

Katsching. Und schon ist der Anteil der “sehr enttäuschten” magisch gestiegen. Aber das ist erst der Anfang.

Schritt 3: Analyse
Fokussiere dich auf das “sehr enttäuscht” Segment und schaue was sie bei Frage 3 geantwortet haben. Mache eine Wortfrequenzanalyse und schon siehst du warum dein Produkt von Nutzern geschätzt wird. Hierauf solltest du dich konzentrieren.

Wie geht’s weiter?

Die Antworten von der “nicht enttäuscht” Gruppe kannst du ignorieren.

Schaue dir die “mittelmäßig enttäuscht” Gruppe an und segmentiere diese im Hinblick auf deren Resonanz mit dem Hauptnutzungsgrund vom Produkt (aka. die am häufigsten genannte Mehrwerte in der Wordfrequenzanalyse).

Nun analysierst du das neue Segment also die “mittelmäßig enttäuschten”, die das Hauptbenefit wertschätzen. Und zwar schaust du dir deren Antwort zu Frage 4 an: “Wie können wir das Produkt für dich verbessern?”

Neue Wortfrequenzanalyse – und jetzt weißt du was du verbessern musst um diese Gruppe zu Fans zu konvertieren. 🙂

Schritt 4: Implementierung
Du bist nun um einiges schlauer aber was nun?

Eine gute Faustregel ist es 50% deiner Zeit in die Weiterentwicklung deiner Hauptmehrwerte deines “sehr enttäuscht” Segments zu investieren und 50% in die Mehrwerte, die dem “mittelmäßig enttäuschten” Segment noch fehlen.

Schritt 5: Tracking
Die oben beschriebene Benutzeranalyse kann natürlich nur ein Anfang sein. Du solltest regelmäßig weiter messen, um zu sehen ob deine Aktivitäten den gewünschten Erfolg bringen.

Wöchentliche, monatliche und quartalsweise Messungen zeigen dir ob du mehr und mehr Benutzer anlockst, die ohne dein Produkt sehr enttäuscht wären und ob du dem Product-Market Fit näher kommst.


Das ist natürlich nur ein grober Rundflug über den Product Market Fit Score und es gibt noch viele weitere Dinge zu beachten. Aber das Grundprinzip sollte klarwerden 🙂

Hat dieser Artikel dein Interesse geweckt? Hast du Lust deinen Prodcut Market Fit zu verbessern und dein Business zu skalieren?

Unsere gut gelaunte Gruppe Startup Enthusiasten und Online Marketing Specialists steht bereit – sende uns ein Signal und die Reise kann beginnen.

Startpunkt: eine Email an jonas@mcgrinsey.com

Business for Good – wie man durch Unternehmungen soziale und ökologische Probleme lösen kann

Hey lass uns die Welt verbessern! Peace, Love and Harmony und so. Tolle Idee, lass machen.

Okay, und was essen wir dann so ohne Einkommen?

Seien wir mal ehrlich, heutzutage geht es ohne Geld einfach nicht. Eigenes Brot backen und selber kochen geht, klar, aber woher kommen die Zutaten?

Money makes the world go round.

Aus meiner Sicht hat man zwei Möglichkeiten:

A. man steigt komplett aus dem System aus und zieht mit einer Gruppe Menschen in den Wald und versorgt sich selbst. (Bestimmt spaßig, aber auch risikoreich.)

B. man spielt im System mit und versucht es von innen heraus besser zu machen.

A. ist mir auf jeden fall zu kalt im Winter –> also B.

Nach Aussage von Ökonom Dr. Milton Friedman in 1970 ist “die einzige Aufgabe von Unternehmen Profite für die Anteilseigner zu generieren”. Also Profitmaximierung für Shareholder als Ziel. Das war auch lange der Fall. Und es war ja auch gut Wohlstand zu erschaffen um Grundbedürfnisse zu decken.

Aber jetzt beginnt sich das Blatt zu wenden. Warum?

Es hat lange gedauert. Aber seitdem der Club of Rome kurz nach Friedmans Aussage dargelegt hat, dass endloses Wachstum in einer Welt mit endlichen Ressourcen keine nachhaltige Idee ist, kommt der Gedanke auch in der breiten Masse an.

Wir sehen was für krasse Zerstörung der entkoppelte Hyperkapitalismus angerichtet hat.

Wir sehen die wachsende Ungleichheit.

Wir sehen die sozialen Probleme.

Wir sehen, dass Wohlstand allein nicht glücklich macht.

Besonders dort wo schon Wohlstand herrscht, fangen sich Menschen zu hinterfragen. Sie suchen nach der Befriedigung des höchsten Bedürfnisses: dem Bedürfnis nach Selbsttranszendenz.

According to Maslow, selftranscendence brings the individual what he termed “peak experiences” in which they transcend their own personal concerns and see from a higher perspective. These experiences often bring strong positive emotions like joy, peace, and a well-developed sense of awareness.

Es findet also ein Shift statt: von extrinsischer Motivation (Ich mache etwas wegen Geld, Status, etc.) zu intrinsischer Motivation (Ich mache etwas, weil es anderen hilft und mich dabei glücklich und zufrieden macht.)

Nun, aber wir haben ja festgestellt, dass es ohne Geld aktuell nicht geht. (Naja, Tauschringe und alternative Geldmodelle ausgenommen).

Was kann man also machen um Einkommen und Selbsttranszendenz zusammenzubringen, um dabei noch die sozialen und ökologischen Probleme dieser Welt zu bearbeiten?

Man wird Sozialunternehmer. Business for Good. Also die Kraft des kapitalistischen Systems nutzen (ist ja nicht alles kacke) um soziale oder ökologische Probleme zu lösen.

Also den Planeten und die Menschen auf ihm vor die Profite von Unternehmen stellen.

So gesehen gar nicht so eine utopische Idee oder?

Schematisch sieht das dann wie folgt aus:

Eigentlich traditionelles Startup Value Proposition Design, nur dass ein wirklich relevantes gesellschaftliches oder ökologisches Problem durch das Startup gelöst wird.

Interessanterweise fahren Unternehmen, die so ausgerichtet sind viel besser in Krisen.

Und es wird noch besser: jedes bestehende Unternehmen, kann ihr Geschäftsmodell mehr in diese Richtung ausbauen. Als Start vielleicht mit einem Intrapreneurial Ansatz.

Entrepreneurship hat die Kraft der Veränderung.

Nach Validierung eines Problems und der Idee mit welchen Aktivitäten man es löst, kann man sich an folgender Wirkungstreppe orientieren:

Wichtig: Die Zielgruppe (also der Leistungsempfänger) in sozialunternehmerischen Geschäftsmodellen ist häufig nicht der Geldgeber :).

So wurde zum Beispiel mal ein Bildungsprogramm für die Kinder in einen Slum von den umliegenden Restaurantbesitzern finanziert. Warum? So sank die Kriminalität in der Umgebung signifikant und die Restaurants machten wieder bessere Geschäfte.

Alles Utopie?

I doubt it.

Ecosia.org – die Suchmaschine die Bäume pflanzt – hat im November 2020 80% ihrer Profite ins Bäumepflanzen investiert. Bis Dato haben sie mehr als 117 Millionen Bäume gepflanzt. Das ökologische Problem des Klimawandels wird hier mit der effektivsten Methode bekämpft, um CO2 aus der Luft zu ziehen. Des weiteren werden sinnvolle Arbeitsplätze in dritte Welt Ländern geschaffen: Baumpflanzer:innen.

Die Tomorrow Bank hat fast 20.000.000 € (das Geld Ihrer Anleger) in nachhaltige Projekte gesteckt. Da gebe ich doch gerne mein Geld hin. Wenn das so weitergeht bekommen wir vielleicht doch noch eine enkelgerechte Gesellschaft hin. Wer weiß das schon.

Africa Greentec elektrifiziert afrikanische Dörfer und schafft so viele neue Jobs vor Ort. Sie bekämpfen also Klimawandel, Arbeitslosigkeit, Flüchtlingsursachen und machen Geld damit. Genial oder?

Alle drei Beispielsozialunternehmen veröffentlichen regelmäßig ihre Zahlen und die damit erzielte Wirkung. Transparency Marketing at its best.

Es findet momentan ein massives Umdenken statt. Auch auf Investorenseite zählt nicht mehr nur Rendite, sondern auch der Impact.

Sozialunternehmertum ist auf den Weg in den Mainstream.

Social Impact. Sozialunternehmertum. Concious Capitalism oder Kapitalismus 2.0. Egal wie wir es nennen, ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Mitgefühl wächst.

Und das beste: wir dürfen es mitgestalten 🙂