Business for Good – wie man durch Unternehmungen soziale und ökologische Probleme lösen kann

Hey lass uns die Welt verbessern! Peace, Love and Harmony und so. Tolle Idee, lass machen.

Okay, und was essen wir dann so ohne Einkommen?

Seien wir mal ehrlich, heutzutage geht es ohne Geld einfach nicht. Eigenes Brot backen und selber kochen geht, klar, aber woher kommen die Zutaten?

Money makes the world go round.

Aus meiner Sicht hat man zwei Möglichkeiten:

A. man steigt komplett aus dem System aus und zieht mit einer Gruppe Menschen in den Wald und versorgt sich selbst. (Bestimmt spaßig, aber auch risikoreich.)

B. man spielt im System mit und versucht es von innen heraus besser zu machen.

A. ist mir auf jeden fall zu kalt im Winter –> also B.

Nach Aussage von Ökonom Dr. Milton Friedman in 1970 ist “die einzige Aufgabe von Unternehmen Profite für die Anteilseigner zu generieren”. Also Profitmaximierung für Shareholder als Ziel. Das war auch lange der Fall. Und es war ja auch gut Wohlstand zu erschaffen um Grundbedürfnisse zu decken.

Aber jetzt beginnt sich das Blatt zu wenden. Warum?

Es hat lange gedauert. Aber seitdem der Club of Rome kurz nach Friedmans Aussage dargelegt hat, dass endloses Wachstum in einer Welt mit endlichen Ressourcen keine nachhaltige Idee ist, kommt der Gedanke auch in der breiten Masse an.

Wir sehen was für krasse Zerstörung der entkoppelte Hyperkapitalismus angerichtet hat.

Wir sehen die wachsende Ungleichheit.

Wir sehen die sozialen Probleme.

Wir sehen, dass Wohlstand allein nicht glücklich macht.

Besonders dort wo schon Wohlstand herrscht, fangen sich Menschen zu hinterfragen. Sie suchen nach der Befriedigung des höchsten Bedürfnisses: dem Bedürfnis nach Selbsttranszendenz.

According to Maslow, selftranscendence brings the individual what he termed “peak experiences” in which they transcend their own personal concerns and see from a higher perspective. These experiences often bring strong positive emotions like joy, peace, and a well-developed sense of awareness.

Es findet also ein Shift statt: von extrinsischer Motivation (Ich mache etwas wegen Geld, Status, etc.) zu intrinsischer Motivation (Ich mache etwas, weil es anderen hilft und mich dabei glücklich und zufrieden macht.)

Nun, aber wir haben ja festgestellt, dass es ohne Geld aktuell nicht geht. (Naja, Tauschringe und alternative Geldmodelle ausgenommen).

Was kann man also machen um Einkommen und Selbsttranszendenz zusammenzubringen, um dabei noch die sozialen und ökologischen Probleme dieser Welt zu bearbeiten?

Man wird Sozialunternehmer. Business for Good. Also die Kraft des kapitalistischen Systems nutzen (ist ja nicht alles kacke) um soziale oder ökologische Probleme zu lösen.

Also den Planeten und die Menschen auf ihm vor die Profite von Unternehmen stellen.

So gesehen gar nicht so eine utopische Idee oder?

Schematisch sieht das dann wie folgt aus:

Eigentlich traditionelles Startup Value Proposition Design, nur dass ein wirklich relevantes gesellschaftliches oder ökologisches Problem durch das Startup gelöst wird.

Interessanterweise fahren Unternehmen, die so ausgerichtet sind viel besser in Krisen.

Und es wird noch besser: jedes bestehende Unternehmen, kann ihr Geschäftsmodell mehr in diese Richtung ausbauen. Als Start vielleicht mit einem Intrapreneurial Ansatz.

Entrepreneurship hat die Kraft der Veränderung.

Nach Validierung eines Problems und der Idee mit welchen Aktivitäten man es löst, kann man sich an folgender Wirkungstreppe orientieren:

Wichtig: Die Zielgruppe (also der Leistungsempfänger) in sozialunternehmerischen Geschäftsmodellen ist häufig nicht der Geldgeber :).

So wurde zum Beispiel mal ein Bildungsprogramm für die Kinder in einen Slum von den umliegenden Restaurantbesitzern finanziert. Warum? So sank die Kriminalität in der Umgebung signifikant und die Restaurants machten wieder bessere Geschäfte.

Alles Utopie?

I doubt it.

Ecosia.org – die Suchmaschine die Bäume pflanzt – hat im November 2020 80% ihrer Profite ins Bäumepflanzen investiert. Bis Dato haben sie mehr als 117 Millionen Bäume gepflanzt. Das ökologische Problem des Klimawandels wird hier mit der effektivsten Methode bekämpft, um CO2 aus der Luft zu ziehen. Des weiteren werden sinnvolle Arbeitsplätze in dritte Welt Ländern geschaffen: Baumpflanzer:innen.

Die Tomorrow Bank hat fast 20.000.000 € (das Geld Ihrer Anleger) in nachhaltige Projekte gesteckt. Da gebe ich doch gerne mein Geld hin. Wenn das so weitergeht bekommen wir vielleicht doch noch eine enkelgerechte Gesellschaft hin. Wer weiß das schon.

Africa Greentec elektrifiziert afrikanische Dörfer und schafft so viele neue Jobs vor Ort. Sie bekämpfen also Klimawandel, Arbeitslosigkeit, Flüchtlingsursachen und machen Geld damit. Genial oder?

Alle drei Beispielsozialunternehmen veröffentlichen regelmäßig ihre Zahlen und die damit erzielte Wirkung. Transparency Marketing at its best.

Es findet momentan ein massives Umdenken statt. Auch auf Investorenseite zählt nicht mehr nur Rendite, sondern auch der Impact.

Sozialunternehmertum ist auf den Weg in den Mainstream.

Social Impact. Sozialunternehmertum. Concious Capitalism oder Kapitalismus 2.0. Egal wie wir es nennen, ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Mitgefühl wächst.

Und das beste: wir dürfen es mitgestalten 🙂

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