Auf demBild ist ein Feldweg zu sehen. Links von dem Weg ist ein abgeerntetes Feld, rechts stehen Bäume. Auch am weiten Horizont sind Bäume zu sehen. Der Himmel ist blau mit einigen weißen Wolken.

Straight outta Brandenburg, mitten nach Berlin

Zum Setting:

  • Wenn ich von Brandenburg spreche, dann meine ich Südwestbrandenburg (den niederen und den hohen Fläming).
  • Bei Berlin beziehe ich mich auf Neukölln und Kreuzberg (zwischen Sonnenallee und Karl-Marx-Straße und dann noch ein Stück weiter wo Neukölln zu Kreuzkölln wird und dann auch noch ein Stückchen wo schließlich schon Kreuzberg ist).
  • Und ein kurzer autobiographischer Exkurs: Aufgewachsen bin ich im Landkreis Teltow-Fläming, eine knappe Stunde mit dem Regionalzug südlich von Berlin, in einem Dorf dessen Name mehr Buchstaben hat als der Ort Menschen zählt. Nach dem Studium in einer Metropole mit ca. 600.000 Einwohner*innen ging es mit einem sechsmonatigen Zwischenstopp im hohen Fläming kürzlich in die Millionenstadt:

Berlin


Berlin du jugendlicher Sehnsuchtsort von Freiheit und von Selbstbestimmung. Du bist randvoll mit Möglichkeiten, läufst trotz der unüberblickbaren Vielfältigkeit humanoider Lebensformen, die sich in dir befinden, nicht über und begegnest allem Geschehen mit maximaler Freiheit: mit Ignoranz.
Dadurch schaffst du den Kern, für den die Menschen dich lieben, den melting pot, der Aussätzige, Liebende und Verlorene anzieht wie Licht Motten: Toleranz die sich, so scheint es mir, nicht überdehnen lässt.
Berlin, du bist so furchterregend schrecklich schön, du bist laut, du bist stinkst, du bist voller Müll und Schei?e. Du bist gefüllt mit schönen Menschen, tollen Netzwerken und vollen Räumen.
Du bist voller Leid. Manchmal muss ich die Augen schließen oder mich umdrehen und gehen.
Doch wenn ich bei Gewitter unterm Kottbusser Tor stehe und nicht weiß, ob über mir das Unwetter donnert oder die U1, dann, ja Berlin, dann Schwarz zu Blau.


Brandenburg


Brandenburg, du Sinnbild jugendlicher Depression und (derweil überstandenen - klopf auf Holz) Anorexie -
Du bist groß
und weit
und leer.
In dir kann ich schauen bis zum Horizont, in dir kann ich laufen bis ich nicht mehr kann und danach kommt -
nichts.
In dir kann ich schreien und du schreist nicht zurück. In dir kann ich nur eins: Staub aufwirbeln.
Erst seit der Fahrerlaubnis Klasse B fühle ich mich nicht mehr so verloren in dir. Seitdem kann ich dich besser händeln - mit hilfe einer Blechbüchse, die zum Erhalt der Menschheit nicht unbedingt beiträgt, aber immerhin.
Du bist groß
und weit
und leer.
Du hast Raum. Du lässt mich in Ruhe. Du unterbrichst mich nicht. Du bist. Und alles wird zu Sand.


Ich wechsle zwischen den Extremen. Zwischen zwei Bundesländern mit B in merkwürdiger Symbiose. Ich genieße beide und verfluche sie.
Und ich stelle mir eine Frage, die für Menschen in remote Work ein anderes Gewicht hat:

Wo will ich leben?


Trust the process, die Geschichte hat kein Ende.

Work Life Balance Digital Nomad

Gesine · 15.08.2022 - 12:25 Uhr
Zuletzt editiert: 15.08.2022 - 12:25 Uhr

Geschrieben von:

Gesine Michel

Gesine Michel

Lesezeit: 3 min

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