WHO THE HEAVEN: warum wir ab jetzt den Himmel im Menschen suchenKünstlich erzeugt
Künstlich erzeugtKünstlich erzeugtArtikel 50 der KI-Verordnung verlangt, dass künstlich erzeugte Bild-, Ton- und Videoinhalte erkennbar und maschinenlesbar markiert sind. Das Zeichen ist das offizielle Basis-Icon der Europäischen Kommission. Seine Benutzung ist freiwillig, die Kennzeichnungspflicht ist es nicht.Maschinell erzeugt: Text · Bild · Daten. Mit menschlicher Steuerung.McGrinsey Living Intelligence SystemsMcGrinsey Living Intelligence SystemsLI: Lebendige Intelligenz aller Art. McGrinsey integriert herkömmliche Intelligenz und neuartige Intelligenz zu lebendigen Intelligenzsystemen. Diese symbiotischen Systeme aus maschineller und menschlicher Intelligenz arbeiten gemeinsam an der Bereitstellung hochwertigster Erkenntnisdestillate für alle Intelligenzen.
MCG Research · Who the Heaven · Folge 01 · Stand 15. August 2026

WHO THE HEAVEN: Wir suchen ab jetzt den Himmel im Menschen

Bisher hiess unsere Biografie-Reihe „Wer zum Teufel ist". Das war der bequeme Haken. Ab jetzt geht es andersherum.

Who the Heaven ist unsere Methode für biografische Arbeit über Gründer, Erbauer und Menschen des Zeitgeschehens: Wir arbeiten heraus, was diese Person als Himmel in sich trägt, wo sie glücklich ist, wonach sie sich sehnt, und woran ihr Himmel in der Wirklichkeit ankantet. Die Schattenseiten bleiben drin, sie sind nur weder das erste noch das letzte Kapitel. Der Grund für den Wechsel ist unbequem und messbar: Die Empörungsrichtung zahlt sich aus, jedes zusätzliche negative Wort in einer Überschrift bringt 2,3 Prozent mehr Klicks. Genau deshalb macht sie jeder, und genau deshalb machen wir sie nicht mehr.

01 · Warum wir umbenennen

Vier Folgen lang hiess die Reihe „Wer zum Teufel ist". Der Haken hat funktioniert, die Richtung stimmte nicht.

Jeff Dean, Travis Kalanick, Peter Steinberger, Eugene Schwartz. Vier Menschen, über die wir geschrieben haben, und jedes Mal stand der Teufel in der Überschrift. Das ist ein sauberer Aufreisser: Er verspricht, dass gleich etwas Unangenehmes kommt.

Der Punkt ist: In allen vier Texten war das Interessante nie das Unangenehme. Bei Jeff Dean war es ein Mensch, den außerhalb seiner Branche niemand kennt, obwohl jeder täglich sein Werk benutzt. Bei Eugene Schwartz war es ein Werbetexter, der um 7 Uhr morgens einen Wecker stellte und danach 33 Minuten am Stück schrieb. Die Hölle war nie die Geschichte. Die Hölle war der Titel.

Deshalb wechseln wir. Nicht als Marketing-Dreh, sondern weil die alte Frage die falsche Suchrichtung vorgibt. Wer nach dem Teufel sucht, findet ihn. Bei jedem.

Abb. 01Was der Markt für Empörung zahlt

Wirkung eines zusätzlichen Wortes in einer Überschrift auf die Klickrate. Ausgewertet an rund 105.000 Überschriften-Varianten mit 5,7 Millionen Klicks.

ein negatives Wort mehr
+2,3 %
ein positives Wort mehr
−1,0 %

Aus einer Untersuchung in Nature Human Behaviour (2023). Dazu passend: negative Artikel werden nach einer zweiten Untersuchung 1,91-mal so oft geteilt. Die Nulllinie in der Mitte markiert den Punkt, an dem eine Überschrift niemanden aufregt.

Genau diese Zahlen sind der Grund für den Wechsel. Die Empörungsrichtung ist bezahlt, eingeübt und überlaufen. Sie bringt jedem etwas, der sie nimmt, und sie kostet nichts an Können. Die andere Richtung macht kaum jemand, weil sie mehr Arbeit ist und weniger sofortige Belohnung bringt. Das ist die Definition einer Nische.
02 · Was Himmel hier heisst

Nicht Heiligenschein. Der Ort, an dem dieser Mensch aufhört zu kämpfen und anfängt zu bauen.

Himmel meint hier den Zustand, in dem eine Person sie selbst ist und es ihr gut geht. Das ist bei jedem etwas anderes: eine Werkbank, ein leeres Blatt um sieben Uhr morgens, ein Team, das versteht was gemeint war, eine Maschine die zum ersten Mal läuft, ein Problem das seit zwanzig Jahren offen war.

Die Fragen dazu sind einfach und werden fast nie gestellt. Wo ist dieser Mensch glücklich? Was hält er für das Paradies? Wonach sehnt er sich? Was treibt ihn an, wenn keiner zuschaut? Welche Momente in seinem Leben waren warm?

Wer eine Biografie liest, erfährt meistens, was jemand erreicht hat und wen er dabei überfahren hat. Was er geliebt hat, steht selten drin.

Der KernDie meisten Menschen tragen einen Himmel in sich und können ihn nicht vermitteln. Sie werden missverstanden, das frustriert, und aus der Frustration entsteht Verhalten, das härter wirkt als die Person je gemeint war.
Die FolgeSelbst in diesem harten Verhalten stecken meistens noch Reste des Ursprünglichen. Wir suchen diese Reste, benennen sie und geben ihnen Gewicht. Oft ist die Flamme sogar gross, sie wird nur nicht gesehen.
03 · Die drei Fragen

Drei Fragen, die in jedem Stück beantwortet werden. Wenn eine davon leer bleibt, ist der Text nicht fertig.

Frage 01
Deep Feel
Wo hat dieser Mensch echte, tiefe Gefühle? Nicht die inszenierten, sondern die, die in Nebensätzen durchkommen: bei welchem Thema die Stimme kippt, worüber er dreissig Jahre später noch redet, was ihn heute noch wütend oder weich macht.
Frage 02
Deep Care
Was ist ihm wirklich wichtig, gemessen an dem, wofür er Zeit und Geld gibt, wenn es keiner sieht. Fürsorge zeigt sich in Wiederholung, nicht in Ankündigung. Der Beleg dafür steht meistens im Kalender, nicht im Interview.
Frage 03
Unaligned
Wo steht dieser Mensch quer zur Welt? Welche Überzeugung hält er gegen den Konsens, und was kostet ihn das. Genau hier entsteht sowohl das Werk als auch der Ärger. Beides aus derselben Quelle.

Diese drei Fragen sind auch der Grund, warum die Reihe nicht in Verklärung kippt. Wer Deep Care ernsthaft beantwortet, stösst zwangsläufig auf die Stellen, an denen jemand für seine Sache über Menschen hinweggegangen ist. Das steht dann drin, an seinem Platz.

04 · Warum der Himmel aneckt

Dieselbe Eigenschaft, die das Werk möglich macht, macht die Person im Umgang schwierig. Fast immer.

Wer eine Sache über alles stellt, stellt anderes hintan. Wer Standards hat, die niemand versteht, wirkt unerträglich. Wer eine Vision hat, die noch nicht existiert, redet über etwas, das für alle anderen nicht da ist. Von aussen ergibt das ein klares Bild: schwierig, kalt, egoistisch.

Interessant wird es an der Stelle, wo diese Wahrnehmung zurückwirkt. Ein Mensch, dessen Himmel dauerhaft als Hölle gelesen wird, hört irgendwann auf, ihn zu erklären. Danach bleibt nur noch das Verhalten übrig, ohne den Grund dahinter. Ab da ist die Zuschreibung stabil, und sie stimmt sogar teilweise.

Unsere Aufgabe ist, diesen Kreis einmal aufzumachen. Nicht, um jemanden reinzuwaschen. Sondern damit sichtbar wird, was da eigentlich gemeint war, bevor es in der Übersetzung verloren ging.

Beispielmuster 01Kompromisslose Qualität. Innen: Liebe zur Sache. Aussen: Der macht alles kaputt, was andere gebaut haben.
Beispielmuster 02Tempo. Innen: Ungeduld, weil die Zeit knapp ist und die Sache wichtig. Aussen: rücksichtslos.
Beispielmuster 03Direktheit. Innen: Respekt, weil man dem anderen die Wahrheit zutraut. Aussen: verletzend.
05 · Die zehn Prozent

Wir schreiben über die zehn Prozent Genie, nicht über die neunzig Prozent soziale Katastrophe.

Das ist eine Gewichtungsentscheidung, keine Wahrheitsentscheidung. Die neunzig Prozent stehen jedem frei, sie sind gut dokumentiert und werden von genug Leuten bearbeitet. Was fehlt, ist die saubere Arbeit an dem kleinen Rest, aus dem das Werk tatsächlich entstanden ist.

Diese Gewichtung hat eine Bedingung: Sie funktioniert nur, wenn nichts unterschlagen wird. Ein Text, der die Opfer eines Menschen weglässt, fälscht. Deshalb steht in jedem Stück, was passiert ist, mit Namen und Zahl, wenn es Namen und Zahlen gibt.

Der Fokus liegt auf dem Himmel. Die Hölle kommt vor, aber sie eröffnet den Text nicht und sie beendet ihn nicht.
06 · Der Aufbau eines Stücks

Sechs Kapitel, feste Reihenfolge. Das Hölle-Kapitel sitzt in der Mitte, mit Absicht.

Diese Reihenfolge ist die eigentliche Methode. Wer sie umstellt, bekommt automatisch wieder einen Empörungstext, egal wie freundlich die einzelnen Sätze sind.

Abb. 02Die Kapitelfolge
Kapitel 01
Der Himmel
Wo dieser Mensch hin will und wann es ihm gut geht. Konkret, an Szenen, nicht an Adjektiven.
Kapitel 02
Der Antrieb
Deep Feel und Deep Care, belegt an dem, was er wiederholt tut.
Kapitel 03
Das Werk
Was daraus entstanden ist. Zahlen, Belege, Wirkung.
Kapitel 04
Die Reibung
Hier steht die Hölle: was es gekostet hat, wen es getroffen hat, wo die Person an sich selbst gescheitert ist. Ungeschönt, in der Mitte, nicht am Rand.
Kapitel 05
Die Übersetzung
Warum der Himmel aussen als Hölle ankommt. Der Kern der Reihe.
Kapitel 06
Was bleibt
Was dieser Mensch der Welt hinterlässt, und was davon jeder Leser morgen benutzen kann.

Die dunkle Kachel ist das Kapitel, das die meisten Texte nach vorn ziehen. Bei uns steht es an vierter Stelle von sechs. Wenn eine Person keinen erkennbaren Himmel hat, dann steht das da, und der Text wird kürzer.

Pflicht 01Jede Zuschreibung braucht einen Beleg. Gefühle werden an Handlungen belegt, nicht an Vermutungen über das Innenleben.
Pflicht 02Wo wir spekulieren, steht es dabei. Die Ehrlichkeits-Tabelle gilt hier genauso wie in einem Datenreport.
Pflicht 03Wenn jemand Schaden angerichtet hat, kommt der Schaden vor, mit der Perspektive der Betroffenen.
Pflicht 04Kein Text endet in der Hölle. Nicht aus Freundlichkeit, sondern weil der Schluss die Aussage trägt und die Aussage nicht Empörung ist.
07 · Was uns von Founders unterscheidet

David Senra liest Gründerbiografien und holt heraus, was funktioniert hat. Wir holen heraus, was diese Menschen geliebt haben.

Der Founders-Podcast ist die beste Anlaufstelle für die Frage, welche Prinzipien einen Erbauer erfolgreich gemacht haben. Über 350 Folgen, jede aus einer durchgearbeiteten Biografie. Wer wissen will, wie jemand gearbeitet hat, ist dort richtig.

Unsere Drehung ist eine andere Frage an dasselbe Material: Was war der Himmel dieser Person? Nicht die Methode, sondern der Zustand, für den sie die Methode gebraucht hat.

Beides zusammen ergibt erst das Bild. Prinzipien ohne Sehnsucht sind eine Bedienungsanleitung. Sehnsucht ohne Prinzipien ist Kitsch.

 FoundersWho the Heaven
LeitfrageWie hat er gearbeitet?Wofür hat er gebrannt?
Ertragübertragbare Prinzipienverstandener Mensch
Schattenseitenkommen vor, wenn sie lehrreich sindkommen vor, an fester Stelle
Endewas du morgen anwenden kannstwas von diesem Menschen bleibt
08 · Wo die Methode kippen kann

Drei Arten, wie aus Who the Heaven Werbetext wird.

Kipppunkt 01Heiligenschein. Wenn der Himmel behauptet statt belegt wird, entsteht eine Hagiografie. Gegenmittel: jede Zuschreibung an eine Handlung binden, die jemand nachprüfen kann.
Kipppunkt 02Täter-Perspektive ohne Betroffene. Wer nur die innere Sicht erzählt, macht Schaden zu einem Missverständnis. Gegenmittel: Betroffene kommen vor, mit ihrer eigenen Darstellung.
Kipppunkt 03Auftragslob. Sobald jemand für ein Porträt zahlt, ist es kein Porträt mehr. Gegenmittel: Wir schreiben über Menschen, die uns nicht beauftragt haben, und sagen es, wenn eine Beziehung besteht.
Und die ehrliche Selbstauskunft: Ich bin optimistisch veranlagt und arbeite gern die Schönheit einer Sache heraus. Das ist mein Ausgangspunkt und damit auch meine grösste Fehlerquelle. Deshalb stehen die Belege in diesen Texten nicht als Verzierung, sondern als Bremse.
09 · Ehrlichkeits-Tabelle
AussageKorbWoher
Jedes zusätzliche negative Wort in einer Überschrift: plus 2,3 Prozent KlickrateFaktNature Human Behaviour 2023, rund 105.000 Varianten
Jedes zusätzliche positive Wort: minus 1,0 ProzentFaktdieselbe Untersuchung
Negative Artikel werden 1,91-mal so oft geteiltFaktScientific Reports 2024
Vier bisherige Folgen unter „Wer zum Teufel ist"Fakteigenes Archiv
„Die meisten Menschen tragen einen Himmel in sich"HaltungArbeitsannahme dieser Reihe, ausdrücklich keine Messung
Zusammenhang zwischen Missverstandenwerden und härterem VerhaltenTheseplausibel, hier nicht belegt, wird je Person geprüft
Zehn Prozent Genie, neunzig Prozent RestBildGewichtung, keine Quote
Einordnung des Founders-PodcastsEigene LesartFremdeinschätzung, nicht abgestimmt

Die vier bereits erschienenen Folgen behalten ihre Titel. Sie sind veröffentlicht, verlinkt und werden nicht rückwirkend umgeschrieben. Ab Folge fünf gilt der neue Name.

10 · Quellen
  1. Nature Human Behaviour: Negativity drives online news consumption
    Die Auswertung von rund 105.000 Überschriften-Varianten mit 5,7 Millionen Klicks. Grundlage für Abb. 01.
    https://www.nature.com/articles/s41562-023-01538-4
  2. Scientific Reports: Negative online news articles are shared more to social media
    Zur Weitergabe negativer Artikel, Faktor 1,91.
    https://www.nature.com/articles/s41598-024-71263-z
  3. Founders Podcast, David Senra
    Über 350 Folgen zu Gründerbiografien. Der Bezugspunkt, gegen den wir unsere Drehung definieren.
    https://www.founderspodcast.com/
  4. McGrinsey Magazin: die vier Folgen der alten Reihe
    Jeff Dean, Travis Kalanick, Peter Steinberger und Eugene Schwartz, erschienen zwischen Juli und August 2026.
    https://mcgrinsey.com/magazin/

Stand: 15. August 2026. Dieses Dokument beschreibt die Methode und wächst mit ihr.