Agenten auf Tour: Digitalagentur neu gedacht!

Gedanken von der digitalen Grenze.

Was soll das Grenze?

Ich teile mit euch Gedanken von der digitalen Grenze aus einer Digitalagentur.

Digitale Agenten.

Agenten.

Agentur.

Was soll das überhaupt sein?

Agent und Agentur kommen vom lateinischen Wort "agere", und das bedeutet

  • treiben
  • in Bewegung setzen
  • handeln
  • tätig sein

Agere ist übrigens auch der Ursprung von: Action!

Vom lateinischen Verb agere stammt dann das Wort agēns – und das steht für

  • Beauftragter

Wir nähern uns also einer semantischen Wolke

  • Eine Agentur ist eine Gruppe von Agenten
  • Agenten sind Beauftragte
  • Diese Beauftragten sind beauftragt "Dinge voranzutreiben, Dinge in Bewegung zu setzen"
  • Diese Beauftragten sollen alle Handlungen und Tätigkeiten ausführen die nötig sind um ihren Auftrag zu erfüllen
  • Agenten sind Auftragserfüller
  • Eine Agentur ist eine Gruppe von Auftragserfüllern

Ich denke das passt ziemlich genau.

So steht das auch tatsächlich in unseren Verträgen drin:

  • Auftraggeber
  • Auftragnehmer

Die Wortbedeutung von Agentur ist mir jetzt also halbwegs klar – aber ist es das richtige Wort für unsere Tätigkeit?

"Passt scho'", sagt ein Teil von mir.

Ziemlich deckungsgleich erscheinen mir folgende 2 Aussagen:

  • Wir sind eine Agentur.
  • Wir sind ein Dienstleister.

Auch sehr ähnlich:

  • Wir sind eine digitale Agentur
  • Wir sind ein digitaler Dienstleister

Wir leisten einen Dienst. Ein Dienst ist ein Service. Ein Service ist ein Dienst. Und vice versa.

Und jetzt: Gedanken eines digitalen Agenten auf Abwegen. Anschnallen!

Visafreie Zone: Die digitale Grenze braucht kein Visum.

"Kauft Land, denn es wird nicht mehr hergestellt."

Ersetzen wir Land durch "Raum", dann sieht das schon anders aus.

Es gibt immer wieder neue Grenzen die das Leben erobert, es gibt immer neue Grenzen die die Menschheit überschreitet und neue Räume hinter diesen Grenzen.

Raum ins Kleine. Raum ins Große.

Raum nach oben – ins Weltenall!

Raum in die weite Fläche der Wasserwelt – auf die Ozeane!

Raum nach unten – in die Ozeane!

Raum nach unten - in die Erde hinein. Unterirdische Häuser und Städte? Unterirdische Zivilisation? Unterirdische Energiequellen? We are coming.

Raum nach Außen.

Raum nach Innen.

Raum ins Kleine.

An dieser Grenze scheint mir einer der neueren Räume veortet zu sein: der digitale Raum.

Der digitale Raum ist eine Schnittstelle aus "klein", im Sinne von kleinsten elektronischen Bauteilen in denen die digitalen Welten physisch beheimatet sind, und "innen", im Sinne des Erlebens der digitalen Räume "in unseren Köpfen" – und im Sinne eines Raumes der "uns immer näher kommt", der sich immer enger mit uns verwebt, der in uns eindringt, in den wir eindringen, vordringen.

Faszinierend.

Wir erschaffen neue, digitale Mikrowelten, reisen dann mit Hilfe unserer Sinnesorgane durch "Portale" in diese Welten – und befinden uns dann "in" diesen digitalen Welten, in diesen digitalen Gedankenwelten.

Unsere Portale sind noch rudimentär.

Es sind die Portale zu den Gedanken der anderen Menschen.

Unsere Bildschirme, unsere Keyboards, unsere Laptops, unsere Tablets, unsere Smartphones, unsere Smartwatches, unsere AR- und VR-Glasses, unsere Vorboten neuraler Verlinkungstechnologie.

Und wir?

Wir sind eine Agentur in dieser Mikrowelt, die sich trotz ihrer "Kleinheit" in die Unendlichkeit erstreckt und deshalb auch unendlich viel "Land" und "Raum" bietet.

Und in diesem Raum bauen wir Infrastruktur. Straßen, Kanäle, Eisenbahnen, Abwassersysteme, Stromleitungen, Häuser, Wände – – – aus Code.

Software ist die Infrastruktur des digitalen Raumes.

Aber trotz ihrer wachsenden Omnipräsenz ist uns Software immernoch "fremd", "unsichtbar", "ungreifbar".

Digitale Infrastruktur ist schwer zu sehen und schwer zu verstehen.

Jede Zeile Code ist ein Mauerstein der digitalen Weltstadt die wir gerade bauen.

Aber wir sehen die verschiedenen Schichten nicht.

Es ist "wie Zauberei", "wie Magie" – es ist für die User egal ob die Software aus 100 Zeilen Code besteht, oder aus 100 Millionen Zeilen Code – die Infrastruktur, die digitalen Fundamente und das digitale Mauerwerk bleibt unsichtbar.

Und da beginnt ein Problem: wir sind blind für die Komplexität der digitalen Infrastruktur die wir gebaut haben.

Wir sehen nicht dass die letzten 100 Zeilen Code auf bereits existierenden Schichten von 10.000 Zeilen Code aufbauen, die wiederum auf weiteren 100 Millionen Zeilen Code aufbauen.

Und im Gegensatz zu Backsteinen bleiben digitale Bausteine nicht einfach von selber "bestehen", sondern können von einer Sekunde auf die andere aufhören zu existieren – durch einen Fehler in der Programmierung.

In der Welt der digitalen Infrastruktur sind wir Gott – und lernen wie schwer es ist Gott zu sein.

Dennoch: ein göttliches Vergnügen.

Wir bauen Welten in Welten in Welten.

Und wir?

Wir sind eine Baufirma.

Wir bauen digitale Infrastruktur – auf digitaler Infrastruktur – mit digitaler Infrastruktur – und für den Aufbau von noch mehr digitaler Infrastruktur.

Digitale Transformation ist das falsche Wort.

Die alte Infrastruktur bleibt bestehen.

Wir bauen einfach neue Infrastruktur dazu.

Wir bauen einfach neue Welten.

Und wir?

Wir sind eine Zauberschule.

Wir erforschen diese neuen Welten und sammeln Werkzeuge um in diesen Welten wirksam tätig zu sein.

Wir lernen neue Werkzeuge.

Wir erforschen neue Welten und neue Werkzeuge.

Und deshalb liebe ich unsere Tätigkeiten als "Digitalagentur", als Agenten hinter der digitalen Grenze, als Dienstleister in den Tiefen der Matrix, in denen wir in neuen Welten mit neuen Werkzeugen neue Wege finden und erschaffen.

Alles basiert auf dem Alten, aber alles ist neu.

Und es gibt unendlich viel Platz.

Let's create!

Brainlog

John · 06.08.2022 - 09:39 Uhr
Zuletzt editiert: 06.08.2022 - 13:27 Uhr

Geschrieben von:

Johannes Jähnke

Johannes Jähnke

Lesezeit: 5 min

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