Das Anti in Antidiskriminierung

AntirassmiusAntisexsimusAntiziganismusAntiableismusAntiantiseminismus - AntiAntiAntiAnti.
Antidiskriminierung heißt kämpfen.
Antidiskriminierung heißt mich durchsetzen gegen das Etablierte und das vermeintlich Einfache.
Antidiskriminierung heißt mich selbst zu positionieren, um meine Expertise zu legitimieren.
Alles wichtig, relevant und leider nötig, keine Frage!
Doch politischer Aktivismus tut weh. Er erschöpft.

Let´s turn that. Let´s play happy.

Ich möchte nicht mehr Anti-sein.
Das heißt keineswegs, dass ich die dahinterstehenden Dynamiken von Marginalisierung und Diskriminierung befürworte.
Das heißt:
Ich möchte nicht mehr kämpfen.

Ich möchte das gute Leben für alle.
Und dazu gehört Selbstfürsorge.
Was könnte das heißen?

Radikale Zärtlichkeit zu allererst.

Aufhören zu kämpfen heißt für mich auch, herauszutreten aus verhärteten Positionen, hinein ins Geschehen. Als progressive Kraft. Mehr Realpolitik. Vom “Kampf für” zum “Entwickeln mit”.

Aufhören zu kämpfen heißt also auch, die Annahme aufzugeben, es gebe eine * n Gegner * in.
Der Versuch, nicht in einem Kontinuum (Betroffene * r - nicht-Betroffene * r, Mächtige * r - Unterdrückte * r, Täter * in - Opfer) , sondern in einem Spektrum zu denken. Ich bin eingebunden in vielfältige soziale Dynamiken. Was heißt das? Und wie kann ich in der Konsequenz Entwicklung anstoßen und begleiten?

Es heißt auch, einerseits …
... Empowerment und andererseits …
… Allyship in Organisationen zu entwickeln.

Heißt noch ganz viel mehr.

Heißt, einen Weg zu entwickeln, auf dem wir alle voller Freude die Welt zu einer besseren machen.

Kennst du den Unterschied zwischen zusammen und gemeinsam?
zusammen-gemeinsam.png

*Ich möchte keineswegs die unermüdliche aktivistische Arbeit vieler starker Menschen herunterspielen. Ich möchte aufzeigen, wie zehrend und erschöpfend diese sein kann und mich auf eine Lernreise begeben hin zu Wegen, die besser vereinbar sind mit den eigenen Ressourcen.

Belonging

Gesine · 14.06.2022 - 09:21 Uhr
Zuletzt editiert: 27.06.2022 - 08:57 Uhr

Geschrieben von:

Gesine Michel

Gesine Michel

Lesezeit: 2 min

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