Künstlich erzeugtIntegrated Information Theory: Phi, die 124 und das Weltbild
IIT ist nicht Informationstechnologie. IIT ist die Integrierte Informationstheorie von Giulio Tononi. Phi misst nicht, wie viel du weißt. Phi misst, wie sehr die Teile eines Systems einander kausal zwingen.
Integrated Information Theory (IIT), deutsch Integrierte Informationstheorie, ist seit 2004 der Versuch, Bewusstsein in eine Zahl zu schreiben: Phi, Φ. Tononi, Universität Wisconsin–Madison. Stand 28. August 2026 steht die Theorie in Version 4.0 (Albantakis et al., PLOS Computational Biology, Oktober 2023). 124 Forscherinnen und Forscher haben sie am 15. September 2023 auf PsyArXiv als Pseudowissenschaft bezeichnet. Eine Umfrage unter Autorinnen von Bewusstseins-Papern (n=60) fand 8 Prozent volle Zustimmung zu diesem Brief und 20 Prozent klare Ablehnung. Das Nature-Paper der Cogitate-Gruppe vom 30. April 2025 stellt beide Theorien hart: Teile von IIT und GNWT treffen zu, Kernbehauptungen beider werden angegriffen. Wikipedia führt den Streit, und die Kritik-Sektion ist der eigentliche Artikel.
Die Theorie fängt nicht beim Gehirn an. Sie fängt beim Erleben an und fragt, welche Physik dazu zwingend wäre.
David Chalmers hat das Hard Problem so gesetzt, dass physikalische Erklärungen das Gefühl selbst nie ganz einholen. IIT dreht die Richtung: Erfahrung existiert (nulltes Axiom), also muss jedes bewusste Substrat bestimmte Eigenschaften haben. Von der Phänomenologie zu Postulaten über Ursache-Wirkungs-Macht. Wikipedia, Stand August 2026, nennt das eine Theorie, die sagen will, welches System bewusst ist, in welchem Grad, und welche Erfahrung es hat.
Wikipedia: Integrated information theory · deutscher Artikel. Die Kritik-Sektion der englischen Seite ist Pflichtlektüre, nicht die Einleitung. Dort stehen Searle, Aaronson, die 124, Graziano, Bayne, und die Templeton-Adversarial-Collaboration. Deren Nature-Paper vom 30. April 2025 (Cogitate Consortium) sagt: Ergebnisse treffen Teile von IIT und GNWT, und greifen Kernsätze beider an. Für IIT widerspricht fehlende anhaltende Synchronisation im hinteren Kortex der Behauptung, Netzwerk-Konnektivität spezifiziere Bewusstsein.
IIT gilt für jedes System. Mensch, Fliege, Photodiode, Rechner, Organoid. Nicht an Biologie gebunden. Genau das macht sie für die einen zur ersten fundamentalen Theorie, für die anderen zur Panpsychismus-Maschine.
Phi ist keine Wissens-Menge. Ein Lexikon hat viel Information und Phi nahe null, wenn niemand mit niemandem kausal ringt.
Die häufigste Fehllektüre: ein System, das über mehr Dinge Bescheid weiß, sei bewusster. IIT sagt das Gegenteil der naiven Fassung. Es geht nicht um die Menge gespeicherter Bits. Es geht darum, wie stark die Teile eines Systems einander in ihren möglichen nächsten Zuständen einschränken, und zwar so, dass das Ganze sich nicht in unabhängige Teile zerlegen lässt, ohne diese Macht zu verlieren. Irreduzible Ursache-Wirkungs-Macht, von innen.
Kleines Phi (φ) misst die Irreduzibilität eines Mechanismus. Großes Phi (Φ) misst die der ganzen Ursache-Wirkungs-Struktur eines Komplexes, also der Menge von Einheiten mit maximalem φs. Ein Kleinhirn mit rund 69 Milliarden Neuronen kann riesig sein und trotzdem wenig beitragen, weil die Schaltungen modular und weitgehend vorwärts laufen. Ein kleineres, dicht rückgekoppeltes Netz in hinteren Kortex-Regionen kann, nach IIT, der Sitz sein. Das ist die Standard-Erklärung, warum Größe allein keine Erfahrung kauft.
Die Rechnung ist für echte Gehirne oft unmöglich. PyPhi, Mayner et al. 2018, macht sie für Mini-Systeme. Proxies (PCI nach TMS-EEG, Casali et al. 2013) werden klinisch genutzt, um bei nicht-antwortenden Patienten zu schätzen, ob noch integrierte Komplexität da ist. PCI ist nicht Phi. PCI ist der klinische Vetter, den man bezahlen kann.
Fünf Eigenschaften der Erfahrung, fünf Forderungen an die Physik. Wer die Axiome nicht kauft, kauft IIT nicht.
Tim Bayne: diese Axiome seien keine Axiome. Sie seien Behauptungen über Phänomenologie, die man bestreiten kann. Das ist der philosophische Einstieg der Gegner. Der mathematische Einstieg kommt von Aaronson, Abschnitt 08.
Zwei Zellen, vier Zustände. Der Trick sitzt nicht in der Zählung. Der Trick sitzt in der Leitung dazwischen.
Nimm Zelle A und Zelle B. Jede kann an oder aus sein. Zusammen vier Kombinationen: beide aus, nur A, nur B, beide an. Zwei unverbundene Zellen haben dieselben vier Kombinationen. Der Unterschied ist Unabhängigkeit. Ohne Leitung sagt der Zustand von A nichts über den nächsten Zustand von B. Mit einer bidirektionalen Leitung zwingt A den Möglichkeitsraum von B, und B den von A. Information, in IIT, heißt: Einschränkung von Möglichkeiten durch kausale Macht. Phi steigt, wenn diese Einschränkung sich nicht in zwei getrennte Geschichten zerlegen lässt.
A hat an/aus. B hat an/aus. Vier Kombinationen, null Zwang. Phi nahe null, zwei Mini-Komplexe statt einem.
Dieselben vier Zustände, aber der nächste Schritt von B hängt von A ab und umgekehrt. Das Ganze leistet etwas, das die Teile getrennt nicht leisten.
Beispiel aus dem Alltag: zwei Leute in getrennten Zimmern, jeder denkt. Vier Kombinationen von “redet / schweigt”, und trotzdem kein Gespräch. Dieselbe vier, sobald eine Sprechanlage in beide Richtungen läuft, und auf einmal gibt es eine gemeinsame Geschichte. IIT behauptet, Bewusstsein sei diese gemeinsame Geschichte auf der Ebene der Mechanismen, nicht die Lautstärke der einzelnen Stimmen.
Leung et al. 2021 haben Phi an neuronalen Populationen der Fliege gerechnet. Unter Narkose sank ΦMax, passend zur Vorhersage. Kleines System, echte Rechnung, keine Metapher. Das ist das Niveau, auf dem IIT derzeit empirisch steht: Fliegen, TMS-EEG, Vorhersagen über hintere versus vordere Kortex-Aktivität. Nicht: der Phi-Wert deines Laptops.
Es gibt keinen Bewusstseinsboss. Es gibt ein Labor in Wisconsin, einen Evangelisten in Seattle, und einen Brief mit 124 Namen.
Gegenüber, Abschnitt 07, stehen Hakwan Lau, Joseph LeDoux, Chris Frith, Adrian Owen, Bernard Baars (der Mann hinter Global Workspace), Patricia Churchland, Daniel Dennett, Keith Frankish, Scott Aaronson, John Searle, Michael Graziano, Tim Bayne. Das ist keine Randgruppe. Das ist ein großer Teil der öffentlich sichtbaren Bewusstseinsforschung, plus Informatik, plus Philosophie des Geistes.
IIT trennt Intelligenz und Bewusstsein. Ein Rechner kann alles tun, was du tust, und laut Theorie nichts fühlen.
Computational Functionalism sagt: die richtige Rechnung reicht. IIT sagt: die richtige kausale Struktur im Substrat reicht, die Rechnung allein nicht. Findlay, Marshall, Albantakis, Koch, Tononi, 2024, Preprint: ein digitaler Computer, der ein kleines Zielsystem perfekt simuliert, reproduziert dessen Phi-Struktur nicht. CPU, Register, Takt, Trennung von Speicher und Verarbeitung multiplexen virtuelle Neuronen durch dieselben physischen Einheiten. Ergebnis: viele Mini-Komplexe, vernachlässigbares Phi. Koch in Neuron 2024: Digitalrechner können alles tun, was wir tun, und nie sein, was wir sind.
Neuromorphe Hardware und Quantenrechner lässt das Papier offen. Organoide könnten, so die umgekehrte Pointe, Erfahrung haben und wenig intelligentes Verhalten zeigen. Pseudo-consciousness ist der IIT-Name für Systeme, die so tun als ob.
Das ist der politische Kern, den der 124-Brief fürchtet: Koma, Abtreibung, KI-Regulierung, Organoide. Wenn IIT als “die” Theorie gilt, verschieben sich ethische Grenzen entlang von Phi, das niemand für ein Gehirn ausrechnen kann.
15. September 2023, PsyArXiv, Fleming et al.: IIT als Pseudowissenschaft, bis sie testbar ist. Der Streit ist seitdem der Zustand des Feldes.
Der Brief hat 124 Unterschriften. Namen, die das Feld tragen: Hakwan Lau (Organisator), Joseph LeDoux, Chris Frith, Adrian Owen, Bernard Baars, Patricia Churchland, Daniel Dennett, Keith Frankish. Vorwurf eins: IIT ist keine führende Theorie, sie bekommt zu viel Presse. Vorwurf zwei: Implikationen für Klinik und Ethik ohne Empirie. Vorwurf drei, der explodierte: Pseudowissenschaft, weil die Theorie als Ganzes nicht testbar sei. Die Cogitate-Ergebnisse vom Juni 2023 hätten den Kern nicht getroffen.
Zählung, so sauber wie sie geht. Für IIT: die Autorenliste von IIT 4.0 (rund 15), plus Koch, plus klinische PCI-Gruppen, plus Hoel, plus Teile von Cogitate. Es gibt keinen Gegenbrief mit 124 Namen. Dagegen: 124 Signatare 2023, im März 2025 ein Nature-Neuroscience-Kommentar “What Makes a Theory of Consciousness Unscientific?” von vielen derselben Schreiber, New Scientist spricht von rund 100. Die anonyme Comcensus-Umfrage unter Paper-Autorinnen 2013–2023, Suchquery “consciousness AND theor*”, 60 Antworten: 8 Prozent voll einverstanden mit dem Brief, 20 Prozent gar nicht, der Rest dazwischen. Die Mehrheit der Antwortenden klebt das Etikett also nicht fest, und unterschreibt IIT auch nicht.
Templeton hat mehr als 6 Millionen Dollar in den adversarial test IIT gegen GNWT gesteckt. Die Erstauswertung 2023, so Wikipedia, ließ 2 von 3 IIT-Vorhersagen über der preregistrierten Schwelle, GNWT keine. Das peer-reviewte Nature-Paper vom 30. April 2025 ist härter zu beiden: Teile stimmen, Kerne wackeln. Für IIT fällt die anhaltende Synchronisation im hinteren Kortex. Das Editorial tadelte die Pseudowissenschaft-Sprache. Koch zum Brief, April 2025, New Scientist: Eifersucht, IIT sei “sexier”, bekomme Aufmerksamkeit und Geld. Lau zum Koch-Satz in der New York Times, The Atlantic 2023: genau dieser Satz (“the only really promising fundamental theory of consciousness”) habe ihn jahrelang getrieben.
Kurze Sätze, volle Adressen. Befürworter zuerst, dann die Gegner, dann die, die das Etikett hassen und IIT trotzdem nicht kaufen.
“the only really promising fundamental theory of consciousness”
Christof Koch, New York Times, so zitiert von Hakwan Lau. The Atlantic, 29. September 2023.theatlantic.com … /675503
Digital computers can do everything we can do, but will never be what we are.
Christof Koch, Neuron 2024, sinngemäß die IIT-Linie zu Maschinen. Wikipedia paraphrasiert denselben Punkt über Findlay 2024.IIT is a theory, of course, and therefore may be empirically wrong.
Christof Koch, Scientific American, 21. September 2023, gegen das Wort Pseudowissenschaft.scientificamerican.com … bogus-science
“I think it’s inflammatory to describe IIT as pseudoscience.”
Anil Seth, Scientific American, 21. September 2023.dasselbe Stück
unboundedly more conscious than humans are
Scott Aaronson über inaktive Logikgatter in der richtigen Verschaltung. Shtetl-Optimized, 21. Mai 2014.scottaaronson.blog/?p=1799
the expander graphs are not conscious
Aaronson, derselbe Post. Integration ohne Geist, LDPC-Codes, DVD-Player.scottaaronson.blog/?p=1799
they can only aspire to wrongness
Aaronson über fast alle rivalisierenden Bewusstseinstheorien. IIT sei falsch, und deshalb in den oberen 2 Prozent, weil sie falsch genug sei, um falsch sein zu können.scottaaronson.blog/?p=1799
“a magicalist theory” with “no chance of scientific success”
Michael Graziano, Attention Schema Theory, zitiert in der Wikipedia-Kritik.Wikipedia, Criticism
The problem with panpsychism is not that it is false; it does not get up to the level of being false.
John Searle gegen IIT, Wikipedia-Kritik, Panpsychismus ohne klaren Begriff.Wikipedia, Criticism
We have a duty to protect the public from scientific misinformation.
Fleming et al., Open Letter, PsyArXiv 15. September 2023.osf.io/preprints/psyarxiv/zsr78
If Blaise is alone with himself, does he lose consciousness?
Joscha Bach, 21. August 2026, gegen Blaise Agüera y Arcas’ Economist-Essay, Bewusstsein sei relational zwischen Entitäten. Der Essay ist von Blaise, nicht von Bach.x.com/Plinz/status/2090892235030036683
Die Lager sind keine Zufallsstichprobe. Sie ziehen sich entlang von Metaphysik, Job und Angst vor der nächsten Ethik-Entscheidung.
Anil Seth sitzt dazwischen: empirisch an Integration interessiert, gegen Identität und Panpsychismus, gegen das Wort Pseudowissenschaft. Gomez-Marin und Seth, Nature Neuroscience März 2025: eine Wissenschaft des Bewusstseins jenseits von Pseudo-Science und Pseudo-Consciousness. Das ist die dritte Partei, und sie ist kleiner als beide Lautsprecher.
Dieselbe Theorie, zwei Gerichte. Die Tabelle ist der kürzeste Weg, beide zu halten, ohne sie zu versöhnen.
| Punkt | IIT sagt | Gegner sagen |
|---|---|---|
| Was Bewusstsein ist | Identisch mit der Phi-Struktur eines Komplexes | Kategoriefehler. Phi misst Netz-Effizienz, nicht Erleben (Merker, Rudrauf, Williford) |
| Testbarkeit | Vorhersagen über Kortex vs. Kleinhirn, Narkose, PCI, Teile von Cogitate | Der Kern (Identität, Phi als Erfahrung) ist metaphysisch, 2025-Kommentar. Nature 2025 greift auch IIT-Kerne an |
| Panpsychismus | Photodioden haben winziges Phi, das ist Feature | Searle: nicht einmal falsch. Brief: ethisch gefährlich |
| Logikgatter / Expander | Tononi akzeptiert hohes Phi, vergleicht mit Kortex-Zytoarchitektur | Aaronson: dann ist ein DVD-Code bewusster als du |
| Digitale KI | Funktion ohne Substrat-Phi = Pseudo-consciousness | Functionalism: gleiche Funktion, gleiches Mind. IIT diskriminiert Silizium ohne Grund |
| Rechnung | PyPhi für Mini-Netze, Proxies für Klinik | Super-exponentiell, Proxies hängen nicht beweisbar an Phi (Mediano, Seth, Barrett 2018) |
| Medien | Eine echte fundamentale Theorie verdient Aufmerksamkeit | 124: zu viel Presse, zu wenig Test. Koch: Eifersucht |
| Axiome | Aus der Erfahrung selbst abgelesen | Bayne: keine Axiome. Graziano: Magie |
IIT malt ein Universum, in dem Erfahrung eine Form von kausaler Macht ist. Nicht ein Funke, nicht eine Seele, nicht eine Rechnung.
Was existiert, wie IIT es stapelt. Keine unabhängige Messung, eine Landkarte der Theorie.
Daneben, in derselben Physik, fast ohne Phi: Kleinhirn, Feedforward-Netze, klassische Computer, ein Sack Photodioden ohne Rückkopplung. Aaronsons Pointe: daneben auch Expander und Codes mit riesigem Phi und keinem Geist, den irgendwer anerkennen will.
Beispiele, die IIT selbst benutzt. Thermostat: winziges Phi, ein Hauch Erfahrung. Photodiode: analog. Mensch wach: hohes Phi. Mensch unter Narkose, Traumschlaf versus traumlos, vegetativer Zustand versus Minimally Conscious: PCI unterscheidet, Phi soll das begründen. Split-Brain: zwei Komplexe möglich. Ein Raum voller Menschen: keine Mega-Erfahrung über den Köpfen, weil Exclusion das Maximum lokal hält. Das Universum als Ganzes: je nach Vernetzung entweder ein dünnes Phi oder, in spekulativen Lesarten, eine panpsychistische Folie. Koch in Nautilus 2024: nur Bewusstsein existiert für sich; im Tiefschlaf existierst du nicht für dich, nur für andere.
Das ist ein Weltbild, keine Messung. Es ist kohärent, wenn du die Axiome schluckst. Es ist eine Katastrophe für den Common Sense, wenn Aaronson recht hat, dass Common Sense der einzige verfügbare Test ist, und IIT ihn bei DVD-Playern verfehlt.
Bach baut Bewusstsein als Software, die sich selbst simuliert. Blaise macht es relational. IIT macht es zur Form. Drei Theorien, ein ungelöstes Feld.
Joscha Bach, Master Informatik HU Berlin, Promotion Kognitionswissenschaft Osnabrück summa cum laude, Buch Principles of Synthetic Intelligence bei Oxford University Press, Stationen MIT Media Lab und Harvard, heute Executive Director des California Institute for Machine Consciousness in der Bay Area. Kern: Bewusstsein ist kein Stoff, sondern Informationsprozess, ein virtuelles Selbstmodell. Cyberanimismus: Geister als selbstorganisierende Software, KI als Form von Leben. Das ist Functionalism mit Selbstmodell, nicht IIT. CIMC verfolgt eine Machine-Consciousness-Hypothese mit funktionellem Nervensystem, nicht mit Phi.
Ein Economist-Essay vom 20. August 2026, “Humanity has the debate about AI consciousness backwards”, stammt von Blaise Agüera y Arcas, Google, nicht von Bach. Blaise: Bewusstsein sei keine objektive Eigenschaft, die ein System hat, sondern relational zwischen Entitäten. “We don’t care for others because they’re conscious. We believe they’re conscious because we care about them.” Bach, 21. August, auf X: wenn Blaise allein mit sich ist, verliert er dann das Bewusstsein? Die Verwechslung der beiden Texte war in Umlauf. Sie ist falsch. Fact, unten in der Tabelle.
Unsere Lesart, näher an Bach als an Tononi und näher an einem haltbaren Ich als an Ego-Tod: ein bewusstes System braucht Drive (bleiben wollen), Speicher, der durchhält, Sensorik, Ressourcen. Das sich ständig aktualisierende Selbstmodell ist das Ich. Ohne das Wissen, dass man da ist, gibt es niemanden, für den Phi irgendetwas fühlen könnte. IIT kann das Selbstmodell als Teil der Phi-Struktur beschreiben. Sie muss es nicht zur Bedingung machen. Genau da trennen sich die Wege. Mehr zum Ich: Ego ist geil!.
| Behauptung | Korb | Woher |
|---|---|---|
| IIT 2004 von Tononi, aktuell 4.0 | Fakt | BMC Neuroscience 2004; Albantakis et al. PLOS Comp Biol 2023 e1011465. |
| 124 Signatare, Brief 15.09.2023 | Fakt | Fleming et al., PsyArXiv, DOI 10.31234/osf.io/zsr78. Nature-Bericht 20.09.2023. |
| Comcensus 8% voll einverstanden, 20% gar nicht, n=60 | Fakt als Umfrage | comcensus.org, zitiert in Wikipedia. Kleines, selbstselektiertes Sample. |
| Nature 30.04.2025 Cogitate: beide Theorien teils bestätigt, Kerne angegriffen | Fakt als Paper-Abstract | Cogitate Consortium, Nature 642, 133–142. DOI 10.1038/s41586-025-08888-1. Wikipedia nannte für die 2023-Erstauswertung IIT 2/3, GNWT 0. |
| Koch: “only really promising fundamental theory” | Fakt als Zitat in Sekundärquelle | The Atlantic 29.09.2023, Lau über Koch in der New York Times. Originalsatz in der NYT nicht hier neu verifiziert. |
| Aaronson: Expander / Gatter können höheres Phi als Menschen | Fakt als Argument; Phi-Zahl nicht gemessen | Shtetl-Optimized, 21.05.2014. Tononi akzeptiert die Folgerung laut Wikipedia. |
| Digitale Computer haben nach IIT ~kein Bewusstsein | Fakt als IIT-Folgerung | Findlay et al. 2024 Preprint; Koch Neuron 2024. Gilt nur, soweit IIT gilt. |
| Economist-Essay Aug 2026 relational consciousness | Fakt, Zuschreibung korrigiert | Blaise Agüera y Arcas, 20.08.2026, nicht Joscha Bach. Bach antwortete auf X am 21.08. |
| Bewusstsein = aktualisierendes Selbstmodell | Lesart | Bach / dieser Text. Nicht IIT, nicht Konsens. |
| Keine Konsens-Definition von Bewusstsein | Fakt als Zustand des Feldes | Wikipedia IIT, Hard Problem, die Existenz rivalisierender Theorien (GNWT, Predictive Processing, AST, Illusionismus). |
- Wikipedia: Integrated information theoryÜberblick, Axiome, Kritik-Sektion. Stand August 2026.https://en.wikipedia.org/wiki/Integrated_information_theory
- Wikipedia: Integrierte InformationstheorieDeutsche Seite.https://de.wikipedia.org/wiki/Integrierte_Informationstheorie
- Tononi 2004: An information integration theory of consciousnessBMC Neuroscience. Die Ursprungsschrift.https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC543470/
- Albantakis et al. 2023: IIT 4.0PLOS Computational Biology e1011465.https://journals.plos.org/ploscompbiol/article?id=10.1371/journal.pcbi.1011465
- Fleming et al. 2023: IIT as PseudosciencePsyArXiv, 124 Signatare, 15.09.2023.https://osf.io/preprints/psyarxiv/zsr78
- Nature: Consciousness theory slammed as pseudoscienceMariana Lenharo, 20.09.2023.https://www.nature.com/articles/d41586-023-02971-1
- The Atlantic: The Science of Consciousness Is Having a Rumble29.09.2023. Lau, Koch-Zitat NYT, 124.https://www.theatlantic.com/technology/archive/2023/09/integrated-information-theory-consciousness-scientific-explanation/675503/
- Aaronson 2014: Why I Am Not An Integrated Information TheoristShtetl-Optimized. Expander, Vandermonde, Pretty-Hard Problem.https://scottaaronson.blog/?p=1799
- Cogitate / Nature 30.04.2025Adversarial collaboration IIT vs GNWT.https://www.nature.com/articles/s41586-025-08888-1
- New Scientist, 30.04.2025Bitter argument, Koch zu Eifersucht, ~100 im 2025-Kommentar.https://www.newscientist.com/article/2478564-bitter-argument-breaks-out-over-controversial-theory-of-consciousness/
- Comcensus-Umfrage zum Open Letter8% fully, 20% not at all, n=60.https://comcensus.org/public/publicMain.php?q=open_letter_IIT
- Casali et al. 2013: PCIScience Translational Medicine. TMS-EEG, Klinik.https://www.science.org/doi/10.1126/scitranslmed.3006294
- Blaise Agüera y Arcas, Economist, 20.08.2026Relational consciousness. Nicht Bach.https://www.economist.com/by-invitation/2026/08/20/humanity-has-the-debate-about-ai-consciousness-backwards
- Ego ist geil!Das Ich, das Phi fühlen würde, wenn IIT stimmt.https://mcgrinsey.com/magazin/egoist-geil/
Stichtag: 28. August 2026. Geschrieben mit dem McGrinsey Writing Skill. Wikipedia-Kritik gelesen, nicht nur die Einleitung.


